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Praxis mana

Taping

Der Effekt des Tapings ist der des Anhebens. Das Tape zieht sich aufgrund der Tatsache, dass es mit einer bestimmten Spannung auf das Fell des Hundes aufgeklebt wurde, zusammen und hebt somit das Fell und die oberste Hautschicht an. Durch diesen Anhebe-Effekt entsteht in der darunter liegenden Gewebeschicht Platz.
Hier können sich die Gefäße weiten, das Blut und die Lymphflüssigkeit können besser fließen und Abbauprodukte können besser abtransportiert werden. Als Resultat stellt sich eine bessere Durchblutung des Gewebes und somit eine bessere Versorgung mit Nährstoffen, Mineralstoffen und Sauerstoff ein. Schicht für Schicht arbeitet sich dieser Anhebe-Effekt in tieferliegendes Gewebe vor. Aufgrund dieser Tatsache ist möglich, auch tiefer liegende Bereiche des Körpers zu beeinflussen. Oftmals können somit Begleitbeschwerden und Schmerzen bei Hüftgelenksarthrosen und HD vermindert werden.

Auch bei Spondylose, Bandscheibenvorfällen, Zerrungen, Verspannungen und weiteren Veränderungen des Bewegungsapparates kann das Taping den Hund unterstützen. Generell sollte das Taping als ergänzende Anwendung gesehen werden, als Anschluss an Massage oder/und Bewegungstraining, da hier die Effekte verlängert werden können.

Reduzierung von Druck

Bei entzündlichen Prozessen, Schwellungen und schmerzhaft verspannten Muskeln entsteht ein erhöhtes Gewebevolumen, woraufhin auch der Druck im jeweiligen Bereich erhöht ist. Das Tape führt hier dazu, dass das Gewebe angehoben wird und mehr Platz entstehen kann. Dadurch wird der Druck von Entzündungen, Gefäßen und verspannten Muskeln reduziert und eine Linderung kann sich einstellen.

Reduzierung von Schmerzen

Verspannte Muskeln sind ebenso meist angeschwollen und besitzen ein vergrößertes Volumen. Die Schwellung verursacht Druck auf die umliegenden Schmerzrezeptoren, woraufhin der verspannte Muskel auch schmerzhaft wird. Durch die Reduzierung von Druck auf das Gewebe beim Taping, lässt auch der Druck auf die Schmerzrezeptoren nach und es kommt zu einer Schmerzreduzierung.

Verbesserung der Zirkulation

Bestehen Schwellungen in Gelenken, Extremitäten oder am Rumpf, stellt sich ebenso wie bei Hämatomen ein Flüssigkeitsstau im Gewebe ein. Beim Taping entsteht bei Raum im gestauten Bereich und die angesammelten Flüssigkeiten können besser abfließen, da die Gefäße nicht mehr abgedrückt werden. Mit Hilfe der Zugrichtung des Tapes kann den gestauten Flüssigkeiten eine Abflussrichtung vorgegeben werden. Somit können auch Abbauprodukte und gestaute Lymphflüssigkeit besser abtransportiert werden. Die Zirkulation von Blut und Lymphe kann verbessert und der Stau verringert oder sogar aufgehoben werden.

Unterstützung von Gelenken

Durch Druckreduktion wird die Beweglichkeit und der Bewegungsradius von verspannten, geschwollenen oder blockierten Gelenken verbessert. Die Gelenke können durch den hautähnlichen Charakter von kinesiologischen Tapes durch bestimmte Anlagetechniken auch gestützt werden. Beispiele hierfür sind die Knie, Ellenbogen oder die Wirbel im Rücken.

Unterstützung der Muskulatur

Mit kinesiologischen Tapes können Muskeln entweder aktiviert oder entspannt werden, da sie den Muskeltonus regulieren. Dies funktioniert mit Hilfe der entstehenden Zugrichtung, welche beim Aufbringen des Tapes in eine bestimmte Richtung einhergeht. So kann die Muskelkontraktion oder -relaxation unterstützt werden. Auch der Blutfluss im getapten Bereich wird verbessert und somit der Muskel mit Nährstoffen, Mineralstoffen und Sauerstoff versorgt, was sich wiederum positiv auf die Muskeltätigkeit auswirkt.

Verbesserung der Körperwahrnehmung

Propriozeptoren sind spezielle Sinneszellen in Muskeln, Faszien, Sehnen und Bändern, welche dem Gehirn dabei helfen, selbst bei geschlossenen Augen wahrnehmen zu können, wo sich ein Körperteil gerade befindet und was es gerade macht. Die Propriozeptoren der oberflächlichen Faszien befinden sich sehr dicht unter der Haut, wodurch man die Körperwahrnehmung mit Hilfe von kinesiologischen Tapes beim Hund ansprechen und auch verbessern kann.

Indikationen für kinesiologisches Taping beim Hund

Das kinesiologische Taping kann Abhilfe schaffen bei Ermüdungserscheinungen, Training und nach sportlichem Einsatz. Es wirkt durchblutungsfördernd und unterstützt die Regeneration der Muskulatur nach Belastungen. Auch die Körperwahrnehmung kann verbessert werden.
Zu den weiteren speziellen Indikationen zählen unter anderem:
Kontraindikationen für kinesiologisches Taping beim Hund
Auch beim Taping gibt es spezielle Kontraindikationen, bei denen man diese Anwendung nicht in Anspruch nehmen sollte:

aus dem Buch "Kinesiologisches Taping für Hunde" von Katja Bredlau-Morich

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ein Bandscheibenvorfall beim Hund kann einige Tage bis Wochen andauern, es kommt hier auf die Schwere des Bandscheibenvorfalls an. Bei leichten Fällen muss der Hund über einige Wochen geschont werden, damit sich eine Fibrose ausbilden und sich die Bandscheibe wieder stabilisieren kann. Muss der Hund aufgrund eines schweren Bandscheibenvorfalls operiert werden, kann es auch einige Wochen, bei zusätzlichen neurologischen Schäden, auch Monate dauern, bis er sich vollkommen erholt hat.
Der erste Weg, wenn dein Hund einen Bandscheibenvorfall hat, sollte zum Tierarzt führen. Dieser entscheidet dann, wie weiter vorgegangen wird. Entweder wird zu einer Operation geraten oder es reicht Schonung und anschließende Physiotherapie als auch Massagen und Bewegungstraining. Oftmals ist es gut, sich auch eine Zweitmeinung einzuholen, sofern Zeit dafür vorhanden ist.
Die Symptome bei einem Bandscheibenvorfall beim Hund können unterschiedlich sein, je nachdem an welcher Stelle der Wirbelsäule dieser auftritt. Der Hund kann beispielsweise einen verspannten Rücken haben, verweigert Treppen und Sprünge, zieht seine Hinterbeine nach und zeigt eindeutige Schmerzen. Bei einem Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbeln können die Vorderbeine gelähmt sein, im Bereich der Lendenwirbeln die Hinterbeine. Allgemein lässt sich der Hund an der Wirbelsäule nicht angreifen und zieht sich zurück.